Unsere
diesjährige Eistour sollte
heuer auf den 3.606 m hohen Similaun in den Ötztaler Alpen gehen.
Nachdem uns
der Wirt in der Martin-Busch-Hütte wieder „ausgeladen“ hatte, hat unser
„Erschter“ Helmut glücklicherweise
ein Quartier auf der 500 m höher gelegenen Simlaunhütte in letzter
Minute ergattern
können.
Als ich meinen Wecker am Donnerstag Abend
stellte, dachte ich mir: „Ach Gott, wie schauerlich früh!“ Das frühe
Aufstehen
ist ja immer ein besonderes Highlight einer jeden Eistour! Trotzdem
freute ich
mich auf die Eistour und so stand ich am Freitag in der Früh pünktlich
um 5.00
Uhr an der Bushaltestelle in Mering. Mit insgesamt 26 Bergkameraden
fuhren wir schließlich
mit dem Bus Richtung Südtirol.
Über den Fernpass, Imst, Landeck ging
es Richtung Reschenpass in den Vinschgau, von dort aus wir dann unser
Reiseziel im
Schnalstal gegen Mittag erreichten. In dem Dörfchen Vernagt
am Stausee starteten wir unseren ca. 3
stündigen Aufstieg zur Similaunhütte. Dabei mussten wir ca. 1.300
Höhenmeter
überwinden. Glücklicherweise konnten wir den Komfort nutzen, unsere
schweren Rucksäcke mit der
Materialseilbahn bis zur Hütte transportieren zu lassen.
Das Wetter zeigte sich anfangs nicht
gerade von seiner besten Seite. Der Himmel war bedeckt und während des
Aufstiegs blies ein kalter Wind und es regnete auch. Gefühlte
Temperatur -5
Grad Celsius. Im letzten Drittel unseres Hüttenanstiegs kam dann doch
noch die
Sonne raus, und als wir die Hütte erreichten, genossen wir erst einmal
den wunderschönen
Ausblick auf das Ortlermassiv im Süden und unser Hauptziel am Samstag –
den
3.606 m hohen Similaun. Nordseitig – auf der österreichischen Seite -
konnte
man den Abstieg zur Martin-Busch-Hütte erkennen.
Das anschließende Abendessen war reichhaltig
und sehr lecker. Als wir jedoch erfuhren,
was es am nächsten Tag zum Essen geben wird, witzelten schon einige
herum: Es
gab nämlich Gamsbraten. Nachdem die Similaunhütte in der Nähe der
Ötzi-Fundstelle liegt, könnte das Gamsfleisch vielleicht von einem
„alten Ötzi“
stammen !?…Na, dann Guten Appetit!
Da der Gipfel des Similaun von der
Hütte aus in ca. 3 Stunden zu erreichen war, freuten wir uns schon,
dass wir am
Samstag nicht allzu früh aus den Federn mussten. Nach einem
reichhaltigen
Frühstück brachen wir um 8.00 Uhr zum
Similaun-Gipfel auf. Das Wetter versprach, gut
zu werden.
Von der Similaunhütte war es nur ein Katzensprung bis zum
Gletscher. Hier zogen wir unsere Steigeisen an und bildeten unsere
Seilschaften. Eine Seilschaft nach der anderen zog Richtung Gipfel los.
Man
hörte nur noch die gleichmäßigen Schritte der Bergkameraden - wie die
Steigeisen auf Eis und Schnee knirschten. Die Sonnenstrahlen tünchten
den
Gletscher in gleisendes Licht. Auf dem letzten Drittel des Weges zog
dann doch
noch Nebel auf, der unsere Hoffnung auf gute Fernsicht auf dem Gipfel
akut
schwinden ließ. Dabei bemerkten wir nicht, auf welch schmalem Grad wir
uns kurz
vor dem Gipfel bewegten!
Kaum erreichte die
erste Seilschaft
den Gipfel, verzog sich der Nebel wieder, und wir hatten die
allerschönste
Aussicht auf die benachbarten Gipfel mit bizarren Wolkengebilden. Alle
hatten
das Gipfelziel erreicht! Wir hatten den Gipfel ganz für uns allein und
machten
erst einmal ausgiebig Brotzeit, bevor wir zum Abstieg aufbrachen.
Gerade rechtzeitig zu Kaffee und
Kuchen erreichten wir schließlich die Hütte.
Ein
paar Bergkameraden, die an diesem
Tag noch nicht genug Bewegung hatten, brachen noch zur Ötzi-Fundstelle
auf, die
etwa eine Stunde von der Similaunhütte entfernt war.
Am Abend begossen wir unseren
Gipfelsieg mit reichlich Rotwein!
Für unsere fitten Bergkameraden stand dann
am Sonntag noch die 3.514 m hohe Fineilspitze auf dem Programm. Die
Fineilspitze ist von der Similaunhütte in etwa 1 ½ bis 2 Stunden
erreichbar.
Der Weg dorthin führt an der Ötzi-Fundstelle vorbei.
Die „gemütliche“ Truppe verzichtete
auf die Fineilspitze und begann lieber den Abstieg über die
Martin-Busch-Hütte mit
Abstecher an den Samoarsee, am Fuß der Kreuzspitze (übrigens eine sehr
reizvolle
Landschaft mit Ausblick auf die umliegende Gletscherwelt und dem
Similaun), nach
Vent. Von dort aus ging es mit dem Bus wieder in Richtung Heimat.
Es war wieder eine richtig schöne, würzige Eistour .