Eistour auf den Similaun 29. - 31.07.2011


Unsere diesjährige Eistour sollte heuer auf den 3.606 m hohen Similaun in den Ötztaler Alpen gehen. Nachdem uns der Wirt in der Martin-Busch-Hütte wieder „ausgeladen“ hatte, hat unser „Erschter“ Helmut glücklicherweise ein Quartier auf der 500 m höher gelegenen Simlaunhütte in letzter Minute ergattern können. 

Als ich meinen Wecker am Donnerstag Abend stellte, dachte ich mir: „Ach Gott, wie schauerlich früh!“ Das frühe Aufstehen ist ja immer ein besonderes Highlight einer jeden Eistour! Trotzdem freute ich mich auf die Eistour und so stand ich am Freitag in der Früh pünktlich um 5.00 Uhr an der Bushaltestelle in Mering. Mit insgesamt 26 Bergkameraden fuhren wir schließlich mit dem Bus Richtung Südtirol.
Über den Fernpass, Imst, Landeck ging es Richtung Reschenpass in den Vinschgau, von dort aus wir dann unser Reiseziel im Schnalstal gegen Mittag erreichten. In dem Dörfchen  Vernagt am Stausee starteten wir unseren ca. 3 stündigen Aufstieg zur Similaunhütte. Dabei mussten wir ca. 1.300 Höhenmeter überwinden. Glücklicherweise konnten wir den Komfort nutzen, unsere schweren  Rucksäcke mit der Materialseilbahn bis zur Hütte transportieren zu lassen.
Das Wetter zeigte sich anfangs nicht gerade von seiner besten Seite. Der Himmel war bedeckt und während des Aufstiegs blies ein kalter Wind und es regnete auch. Gefühlte Temperatur -5 Grad Celsius. Im letzten Drittel unseres Hüttenanstiegs kam dann doch noch die Sonne raus, und als wir die Hütte erreichten, genossen wir erst einmal den wunderschönen Ausblick auf das Ortlermassiv im Süden und unser Hauptziel am Samstag – den 3.606 m hohen Similaun. Nordseitig – auf der österreichischen Seite - konnte man den Abstieg zur Martin-Busch-Hütte erkennen. 


Das anschließende Abendessen war reichhaltig und sehr lecker.  Als wir jedoch erfuhren, was es am nächsten Tag zum Essen geben wird, witzelten schon einige herum: Es gab nämlich Gamsbraten. Nachdem die Similaunhütte in der Nähe der Ötzi-Fundstelle liegt, könnte das Gamsfleisch vielleicht von einem „alten Ötzi“ stammen !?…Na, dann Guten Appetit!

Da der Gipfel des Similaun von der Hütte aus in ca. 3 Stunden zu erreichen war, freuten wir uns schon, dass wir am Samstag nicht allzu früh aus den Federn mussten. Nach einem reichhaltigen Frühstück  brachen wir um 8.00 Uhr zum Similaun-Gipfel auf. Das Wetter versprach,  gut zu werden.

Von der Similaunhütte war es nur ein Katzensprung bis zum Gletscher. Hier zogen wir unsere Steigeisen an und bildeten unsere Seilschaften. Eine Seilschaft nach der anderen zog Richtung Gipfel los. Man hörte nur noch die gleichmäßigen Schritte der Bergkameraden - wie die Steigeisen auf Eis und Schnee knirschten. Die Sonnenstrahlen tünchten den Gletscher in gleisendes Licht. Auf dem letzten Drittel des Weges zog dann doch noch Nebel auf, der unsere Hoffnung auf gute Fernsicht auf dem Gipfel akut schwinden ließ. Dabei bemerkten wir nicht, auf welch schmalem Grad wir uns kurz vor dem Gipfel bewegten! 
Kaum erreichte die erste Seilschaft den Gipfel, verzog sich der Nebel wieder, und wir hatten die allerschönste Aussicht auf die benachbarten Gipfel mit bizarren Wolkengebilden. Alle hatten das Gipfelziel erreicht! Wir hatten den Gipfel ganz für uns allein und machten erst einmal ausgiebig Brotzeit, bevor wir zum Abstieg aufbrachen.
Gerade rechtzeitig zu Kaffee und Kuchen erreichten wir schließlich die Hütte. 

Ein paar Bergkameraden, die an diesem Tag noch nicht genug Bewegung hatten, brachen noch zur Ötzi-Fundstelle auf, die etwa eine Stunde von der Similaunhütte entfernt war.
Am Abend begossen wir unseren Gipfelsieg mit reichlich Rotwein!
  
Für unsere fitten Bergkameraden stand dann am Sonntag noch die 3.514 m hohe Fineilspitze auf dem Programm. Die Fineilspitze ist von der Similaunhütte in etwa 1 ½ bis 2 Stunden erreichbar. Der Weg dorthin führt an der Ötzi-Fundstelle vorbei.

Die „gemütliche“ Truppe verzichtete auf die Fineilspitze und begann lieber den Abstieg über die Martin-Busch-Hütte mit Abstecher an den Samoarsee, am Fuß der Kreuzspitze (übrigens eine sehr reizvolle Landschaft mit Ausblick auf die umliegende Gletscherwelt und dem Similaun), nach Vent. Von dort aus ging es mit dem Bus wieder in Richtung Heimat.
Es war wieder eine richtig schöne, würzige Eistour
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Rita Langzauner